ein lied gegen deutschland #2: quetschenpaua – 9. november, 3. oktober

nun also quetschenpaua*

An diesem Lied ist toll, dass es den Zusammenhang zwischen „Feiern für Deutschland“ Gewalt gegenüber Migrant_innen, nationalem Chauvinismus und bezügen auf den Nationalsozialismus darstellt:

3. Oktober ’90,
Die Einheit ist da
Ein Volk sieht sich in Schwarz und Gold,
Und brüllt dabei ‚Hurra!‘
Reichskriegsflaggen, Herrenmenschen,
Seh ich da zu Hauf
Bier-Seeligkeiten und Ausländerhass
Alle gnadenlos gut drauf
Oh, du Deutschland über alles!
Was bildest du dir ein?!
Halt’s Maul Deutschland!, sagen wir
Und lass das Grinsen sein!

Da beschreibt Yok eins der probleme die wir mit dieser weltmeisterschaft der männer im fifa fussball haben: Feiern für das eigene Land schlagen schnell in chauvinismus und xenophobe gewalt um. das wurde auch schon wissenschaftlich untersucht (und natürlich bestätigt), siehe z.B. hier: SZ zur Heitmeyer Studie zur WM 06. Die Gruppe, die eben noch um die Ecke nett aber ausgelassen feiert verwandelt sich schnell in einen schwarz-rot-goldenen mob. und was kommt raus, wenn man rot, schwarz und gold mischt? braun.

* antisemitismus und verkürzte kapitalismuskritik bei quetschenpaua
dazu gibt es in den comments neue infos, siehe also weiter unten
bei textstellen wie oben geht das so: oh yeah. ohne ironie. bei textstellen wie

Ich denk an Palästina und an die Repression
da kämpfen sie mit Steinen gegen scharfe Munition.
Zionisten zetteln jeden Tag die gleiche Scheiße an!
Doch Palästina, dein Volk wird siegen irgendwann.

(„Quetschenpaua – Tu was“)

kommt die kotze direkt hoch. Trotzdem ist das oben verlinkte „9. November, 3. Oktober“ gut. Die Textstelle

„Die Freiheit die du meinst, ist die Freiheit der Deutschen Bank,
Freiheit ohne Skrupel und ohne Notausgang“

könnte als verkürzte kapitalismuskritik gelten. Vielleicht ist sie aber nur kurz auf den punkt gebracht, stilistisch in diesen song passend. wer weiß.


4 Antworten auf „ein lied gegen deutschland #2: quetschenpaua – 9. november, 3. oktober“


  1. 1 Benjamin 25. Juni 2010 um 16:30 Uhr

    Von „Tu was“ hat sich Yok übrigens schon vor längerer Zeit distanziert.

    Bei Lysis ist das nachlesbar, und Yok sagt anscheinend auch noch mal selbst was dazu. Leider hat das Lied ja gerade wieder Aufwind.

  2. 2 huhu 25. Juni 2010 um 17:13 Uhr

    …solltest dann aber auch schreiben, dass quetschenpaua sich von dem song „tu was“ distanziert hat.

  3. 3 Ben 25. Juni 2010 um 20:47 Uhr

    Nur mal so als Hinweis: Yok hat sich vor guten 10 Jahren zu „Tu was“ geäußert und auch festgestellt, dass das Lied in einem anderen diskursiven Kontext entstanden ist und er das heute so nicht mehr sagen würde.

    Und von wegen verkürzte Kapitalismuskritik. Zeigt mir mal ein Lied das eine Umfassende Kapitalismuskritik enthält – bin gespannt :)

  4. 4 Administrator 28. Juni 2010 um 17:37 Uhr

    Danke an alle Tippgeber, dass der Antisemitismusvorwurf so nicht zutrifft.

    Das war uns so nicht bewusst! Der Artikel wird gleich mit einer ergänzung versehen.

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